Die Anfänge
Anlass zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Eschen war wohl das Feuerpolizeigesetz von 1864, im besonderen die Verordnung betreffend die Einführung einer Feuerlöschmannschaft. Die Feuerlöschordnung des Landtags sah ausserdem vor, dass alle männlichen Einwohner vom 16. bis zum 60. Lebensjahr als dienstpflichtig erklärt wurden. Die Strafgewalt über das Fernbleiben bei Hilfeleistungen wurde dem Gemeindevorsteher übertragen. Nur Mägde, Weiber und andere zum Löschen untaugliche Personen waren von der Verpflichtung ausgeschlossen. Weiters wurde in dieser Verordnung jede Gemeinde dazu verpflichtet, sich innerhalb zweier Jahre eine Feuerspritze anzuschaffen. Im Sitzungsprotokoll der Gemeindevertretung vom 31. Januar 1866 ist die Wahl einer Feuerwehrmannschaft festgehalten. Die Bürger wurden in verschiedene Equipen eingetragen und namentlich mit der betreffenden Hausnummer in eine Löschmannschaft eingetragen. Die Aufgabenteilung wurde im Gemeindeprotokoll wie nachstehend festgehalten:
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Kommandant der Feuerwehrmannschaft
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Stellvertreter
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Spritzenmeister
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Die Mannschaft, welche die Feuerspritze bedient
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Diejenigen Bürger, welche die Pferde zu geben haben
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Mannschaft, welche die grossen Feuerhaken führt
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Wächter der Effekten
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Flüchter der Fahrnisse
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Feuerreiter
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Mannschaft zu den kleinen Haken
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Schlauchführer
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Beaufsichtiger der zur Wasserleitung
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Aufseher zur Bestimmung der Orte, wohin die Fahrnisse zu bringen sind
Als erste liechtensteinische Gemeinde gründete Eschen im Jahre 1867 schliesslich eine „Freiwillige Feuerwehr Eschen“. Wer bei der Gründung im Jahre 1867 das Kommando führte, lässt sich leider nicht genau ermitteln. Eine Mannschaftsliste aus dem Jahre 1872 weist dann erstmals für das Kommando der Eschner Feuerwehr fünf Mann aus. Weiters sind für den ersten Abzug 20, für den zweiten Abzug zum Ablöschen 21 und für das Schlauchführen sechs Namen aufgeführt. Im Protokoll wird ebenfalls die Hilfsmannschaft aufgeführt, die im Falle eines Brandes in einer benachbarten Ortschaft auszuziehen hat.
Warum Eschen die „Rofenberg-Spritze“ nicht kaufte
Nachdem der Landtag den Beschluss fasste, die zwei landschaftlichen Feuerspritzen zu veräussern, erging an die Gemeindevertretung Eschen die Anfrage, ob sie gewillt sei, eine dieser Feuerspritzen anzuschaffen. Auf dem Rofenberg bestand schon früher für das ganze Unterland eine Feuerspritze, die oft reparaturbedürftig war und wegen der langen Anfahrtswege den Dienst nur mangelhaft erfüllen konnte. Der Antrag der Regierung fand bei der Gemeinde Eschen kein Gehör. Die erste grosse Anschaffung tätigte die Freiwillige Feuerwehr Eschen zwölf Jahre später (1879), als für 3050 Franken in Küssnacht (ZH) für damalige Zeiten die modernste und stärkste Spritze des Spritzenfabrikanten „Gebrüder Gimbert“ gekauft wurde. Für die Bedienung dieser Spritze wurden 20 bis 22 Mann benötigt. Die Wurfweite des Wasserstrahls betrug 30 bis 33 Meter. Sie wurde bei zahlreichen Bränden in Eschen und Nendeln eingesetzt. Der letzte Einsatz erfolgte beim Brand des Anwesens von Andreas Gerner an der Haldengasse in Eschen im Herbst 1935. Nachdem 1935 die Eschner und Gampriner Wasserleitung mit zahlreichen Hydranten erstellt wurde, hatte die alte Feuerspritze ausgedient. Leider wurde die Saugspritze 1951 aus Platzgründen an Josef Elkuch zum verschrotten verkauft.
Neugründung im Jahre 1885
Was sich während der Gründerzeit von 1867 bis 1885 ereignete, lässt sich heute leider nur sehr lückenhaft ermitteln. Auf jeden Fall fand im Jahre 1885 unter der Initiative von Januar Marxer eine Neugründung statt. Dieser stand der Feuerwehr Eschen auch bis zum Jahre 1904 als Kommandant vor. Unter seiner Leitung wurde 1895 ein Gesuch um einen Subventionsbeitrag für 36 neue Feuerwehrröcke gestellt. Die alten Röcke aus Segeltuch wurden seit 1883 bei jedem Einsatz getragen und entsprachen nicht mehr den Anforderungen.
Bescheidene Ausrüstung
Im Laufe der Geschichte hat die Brandbekämpfung bis auf den heutigen Tag eine gewaltige Entwicklung genommen. Noch während des Mittelalters und bis 1800 galt der Feuereimer, der von Hand zu Hand gereicht wurde, als wichtigstes Löschmittel. Die Freiwillige Feuerwehr Eschen musste während vieler Jahre mit einer bescheidenen Ausrüstung auskommen. Neben der Feuerspritze und einigen Feuerhaken besass der Verein zwei in Eschen und zwei in Nendeln stationierte Schlauchwagen mit etwa 500 Metern Schlauch und je einer Auszugleiter. Später kamen zusätzlich tragbare Schlauchkisten hinzu. Die Ausrüstung wurde in den früheren Jahren mit Pferden, später mit Traktoren zum Brandplatz gebracht. Grössere Anschaffungen wurden erst Anfang der Siebziger Jahre getätigt. Atemschutzgeräte, verschiedene Löschgeräte, Motorspritze, Überkleider, Telefon-Alarm – der Feuerwehrdienst stand in diesen Jahren im Zeichen eines grossen Wandels. Die Anschaffung eines Tanklöschfahrzeuges (1974), eines Pikettfahrzeuges (1981) und eines Zugfahrzeuges (1989) waren wichtige Schritte zur raschen Brandbekämpfung.
Feuerwehr im Wandel der Zeit
Der klassische Aufgabenbereich der Feuerwehr zeigt sich im Motto: Retten-Halten-Löschen. Bei der Bekämpfung von Bränden werden zuerst Lebewesen (Menschen und Tiere) aus dem Brandobjekt gerettet, danach geht es um das Halten des Objekts und seiner Umgebung. Schliesslich werden die Löscharbeiten in Gang gesetzt. Heute liegen die Aufgaben der Feuerwehr vornehmlich in den Bereichen Personenrettung, Brandbekämpfung, Öl- und Chemiewehr, technische Einsätze sowie Hilfe bei Katastrophen und Verkehrsdienste. Nicht zu vergessen ist die Mithilfe der Feuerwehr bei landesweiten Grossanlässen wie etwa dem Papstbesuch im September 1985.
Die Feuerwehren werden immer stärker für technische Hilfe angefordert. 1999 betrafen nur noch 26 Prozent der Einsätze die Brandbekämpfung. Diese Entwicklung bringt es mit sich, dass die Ausbildung in den vergangenen Jahren immer zentralere Bedeutung erhalten hat. In zahlreichen Kursen und bei den Proben eignen sich die Feuerwehren das nötige Wissen an, um bei Unfällen und Katastrophen gezielt Hilfe leisten zu können. Mit ihren Instruktoren und Offizieren ist die Feuerwehr Eschen eine der am besten ausgebildeten Mannschaften der Region
Verschiedene Vereinsanlässe dienen der Kameradschaftspflege. Besonders wichtig sind die Feuerwehrwettkämpfe, an denen die Feuerwehr Eschen schon verschiedentlich Edelmetall erkämpft hat.
Vier Landesfeuerwehrkommandanten aus Eschen
Nach der Gründung der einzelnen Gemeindefeuerwehren wurde schnell klar, dass im kleinräumigen und damals nicht auf Rosen gebetteten Liechtenstein eine vermehrte Zusammenarbeit der Feuerwehren und die Suche nach gemeinsamen Lösungen wünschenswert, ja erforderlich waren. Dies führte im Jahre 1898 in Mauren zur Gründung des liechtensteinischen Feuerwehrverbandes.
Besonders stolz ist man bei der Freiwilligen Feuerwehr Eschen über die Tatsache, dass seit der Gründung im Jahre 1867 bereits vier verdiente Feuerwehrmänner dem Liechtensteinischen Feuerwehrverband vorstanden. Namentlich sind dies Eduard Batliner (1908-1911), Fredi Hoop (1946-1951), Norbert Goop (1993-2003) und last but not least der aktuelle Landesfeuerwehrkommandant Matthäus Hoop. |